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Minimalistisch wohnen = karg und ungemütlich?

Minimalistisch wohnen – was bedeutet der Trend zum Minimalismus für mein Zuhause?

Die Gegenbewegung zu unserer Konsumgesellschaft – der Minimalismus – behauptet, dass weniger einfach zufriedener macht. Beim Minimalismus geht es darum, wenig zu besitzen und zu spüren, dass es doch genug ist. Das spiegelt sich auch in modernen Wohntrends 2022 wider. Doch was macht das minimalistische Wohnen aus? Wir verraten es.

Was ist Minimalismus eigentlich?

Minimalismus in seiner Definition bedeutet, so wenig Gegenstände wie möglich zu besitzen. Es ist die bewusste Beschränkung auf das Nötigste. Meister und Meisterinnen des Minimalismus zeigen, dass sie nur mit 100, 50 oder 10 Gegenständen ihr Leben genießen können, ohne etwas zu vermissen.

Aber die Philosophie hinter Minimalismus gibt keine Höchstanzahl an Gegenständen vor, die ein Mensch besitzen darf. Vielmehr ist es eine persönliche Einstellung, ein „Nein“ zu unnötigem Konsum und unserer allgegenwärtigen Wegwerfgesellschaft mit kurzlebigen Trends. Damit ist Minimalismus ein „Ja“ zu langlebigeren Besitztümern und Dingen, die wirklich wichtig im Leben sind.

Das ist Minimalismus im Überblick:

  • Weniger Gegenstände besitzen – dazu gehört im ersten Schritt das Ausmisten von ungenutzten Dingen.
  • Bewusster Konsum – der Minimalismus vermeidet kurzlebige Trends.
  • Mehr Platz – Regale dürfen, mit Ausnahme einiger Lieblingsgegenstände, leer bleiben.
  • Mehr Zeit – wer weniger besitzt und besitzen möchte, hat mehr Zeit. Die Wohnung ist schneller aufgeräumt, der Einkauf schneller erledigt.

Diese Einstellung bezieht sich auf alle Lebensbereiche – die Kleidung, die Freizeit, die eigenen Wohnräume. Anstelle von Stress im Alltag, tritt Entspannung. Anstelle voll beladender Regale, treten offene, leere Räume. Viele verbinden mit einem minimalistischen Wohnstil karge, ungemütliche und sterile Wohnräume. Warum das nicht der Fall sein muss, erklären wir im Folgenden.

Minimalistisch wohnen = karg und ungemütlich?

Bedeutet minimalistisch zu wohnen, in einer karg eingerichteten, sterilen und ungemütlichen Wohnung zu hausen? Diese Frage können wir mit einem klaren „Nein“ beantworten. Viel mehr öffnet eine minimalistische Einstellung den Blick für das Wesentliche, für Dinge, die wirklich wertvoll sind – sowohl in ihrer Funktion als auch in ihrem emotionalen Wert.

So geht es beim minimalistischen Wohnen auch um das Ausmisten. Vorgemacht haben es viele. Eine Koryphäe ist die Japanerin Mari Kondo. Sie hat bereits Millionen von Menschen beigebracht, wie Vereinfachung funktioniert.

Mari Konto lehrt, dass es nicht um das Loslassen aller Besitztümer geht, sondern um das Behalten der Dinge, die wirklich Freude machen. Das Teeservice der lieben Oma soll nach Mari Kondo einen Ehrenplatz erhalten – und nicht in einer Kiste im Keller verstauben.

Dinge, die dagegen heute keinen Nutzen für die Besitzenden haben, dürfen weiterziehen. Durch diese Vereinfachung und Minimierung wird Platz geschafften – eben für Omas Teeservice, dass nun hübsch beleuchtet auf dem Regal die Betrachtenden jeden Tag aufs Neue erfreut.

Die Wohnräume bekommen durch diesen Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge eine neue, tiefgründigere Qualität. Es geht nicht darum, das Wohnzimmer so leer und steril wie möglich zu halten – sondern darum, jeden Aspekt, jedes Möbelstück, jede Deko bewusst wahrzunehmen, zu nutzen und sich darüber zu freuen.

Das macht eine minimalistisch eingerichtete Wohnung aus  

In diesen fünf Schritten schaffst du es selbst, deine überfüllten Schränke auszuräumen und eine minimalistische Einrichtung zu realisieren. So bringst du mehr Ruhe in deine Wohnräume und dein Gemüt.

  1. Trenne dich von ungenutzten Gegenständen.Auch wenn diese einmal viel Geld gekostet haben oder dir von einer lieben Person geschenkt wurden, solltest du sie gehen lassen, wenn sie dir heute weder Nutzen noch Freude bringen. Um dich besser von deinen Habseligkeiten zu lösen, kannst du dich bei ihnen bedanken und sie dann spenden, um anderen eine Freude zu machen.
  2. Schaffe mehr Platz. Welche Möbel sind eigentlich nur Staubfänger? Welche Dekoelemente gefallen dir eigentlich gar nicht mehr? Ablageflächen und dein Boden dürfen auch leer sein, sodass die Wohnräume größer wirken.
  3. Vereinfache deinen Einrichtungsstil. Einfach, aber funktional sind minimalistische Möbel. Sie sind nicht schwer und plump, sondern leicht und filigran – oder wirken zumindest so. Minimalistische Möbel zeigen sich einfach und geradlinig.
  4. Nutze die richtigen Farben und Accessoires. Zwar schreibt der minimalistische Einrichtungsstil kein bestimmtes Farbkonzept vor, doch damit die neugewonnene Leere nicht steril aussieht, kannst du mit der Wahl eines gemütlichen Farbkonzeptes dagegen ansteuern. Ruhige, erdige oder natürliche Farben oder Pastelltöne bieten sich an. Es ist aber auch möglich, mit kräftigen Farben wie Dunkelbraun oder Schwarz Kontraste zu setzen – wie das im Einrichtungsstil Japandi mit Metallmöbeln oder Massivholzmöbeln gerne umgesetzt wird. Kuschelig gestaltest du es dir dagegen mit ausgewählten und bestenfalls hochwertigen Wohntextilien, wie einem kuscheligen Teppich, einer Wolldecke und gemütlichen Baumwollkissen.
  5. Wähle Dekoelemente bewusst aus. Nach Mari Kondo sollen sie dir Freude bringen – etwa, weil sie deinen Sinn für Ästhetik ansprechen oder eine besondere Bedeutung für dich haben. Auch hier heißt es: Weniger ist mehr. Wer minimalistisch wohnen möchte, beschränkt sich auf wenige, ausgewählte Dekor-Objekte.

So vereinfachst du mit dem minimalistischen Einrichtungsstil dein Leben und gewinnst mehr Zeit, sparst Geld und behältst den Blick auf das Wesentliche. Purer Sonnenschein ist dieser Einrichtungs- und Lebensstil allerdings nicht – denn gerade die ersten Schritte benötigen viel Zeit und Engagement. Möchtest du dein Leben jedoch wirklich vereinfachen, kommst du in kleinen Schritten Stück für Stück ans Ziel.


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